Moderne Technik in der Kirche

Fastnachtssonntag 2003

Am Fortschritt kommt, sei wie es sei,
die Kirche heut nicht mehr vorbei.
Will Christi Botschaft sie verkünden,
muß sie moderne Wege finden,

auf denen sie, wie man es nennt,
sehr volksnah ist und effizient,
so dass zu Gottes großer Ehre
der Glaube weltweit sich vermehre.

Nicht vorstellbar ist heut, oje,
ein Gottesmann ohne PC.
Was fing er ohne ihn wohl an,
wenn er erstellt den Wochenplan?

Ein jeder sieht, wenn er ist ehrlich,
dass Technik heut ist unentbehrlich.
Selbst in der Kirch, im Gotteshaus,
kommt ohne sie man nicht mehr aus.

Schlägt ein Blitz im Kirchturm ein,
freut sich der Pfarrer, auch ich bin mit Gott on-line,
doch eine Bitte ich noch hätt,
steck in der Kirch dein Handy weg,

denn sonst stört uns das Gebimmel,
der Anruf kommt bestimmt nicht aus dem Himmel.
In Josef, das ist mir bekannt,
nicht jeder ist auf neuestem Stand,

das Internet hat sieben Siegel
man hält sich an die gedruckte Bibel.

Drum soll auch, ich versprech's euch heut
Die Predigt weiter gedruckt werden, Leut.
So könnt ihr sie, ohne zu klagen
Von hier getrost nach Hause tragen.

Ein Pfarrer braucht, ob nah ob fern,
ne Predigt für den Tag des Herrn.
Das kostet, wie ein jeder weiß,
oft große Müh und reichlich Schweiß.

Hinzu kommt, dass ich's hier erwähne:
Es gibt heut selten noch Kapläne,
so dass ein Pfarrer, Sie verzeihen,
zuständig ist für zwei Pfarreien.

Will er die Predigt vorbereiten,
muß einteil'n er sich gut die Zeiten,
dass er nicht gar, - das klingt salopp-
die Predigt hält so hopla hop.

Die Technik scheint auf seinen Wegen
Auch hier zu sein für ihn ein Segen.
Der Pfarrer denkt, geht er zur Messe,
dass ich den Laptop nicht vergesse.

Wenn ich das Wunderding nicht hätt`,
käm ich ja nicht ins Internet,
wo ich dann find - das wisst ihr schon-
für jedes Thema ein 'Sermon.

Da braucht man nur drei Tasten drücken,
am Bildschirm kurz den Code anklicken,
und schon ist da der Predigttext;
für manchen klingt das wie verhext.

Von Hexen ist hier keine Spur,
der Stand der Technik ist das nur,
der durch das Modem im Gerät
die Predigt auf den Bildschirm lädt.

In unerhörter Blitzes Schnelle
Ist eine Predigt ihm zur Stelle.
Auch wenn von ihm nicht vorbereitet,
er predigend sie weiter leitet.

Die Technik macht es furchtbar leicht,
doch wie mir scheint, das heut nicht reicht.
Als gläub'ge Christen Ihr versteht,
dass ohne Beten gar nichts geht.

Doch Gottesmann, sei auf der Hut!
Auch wenn die Technik noch so gut,
dem Predigen es widerstreitet,
wenn man sie selbst nicht vorbereitet.

Wer Gottes Samen aus heut streut,
muß beten auch für jene Leut`,
die Gottes Wort noch akzeptieren,
damit es Frucht kann produzieren.

So ist's nun einmal auf der Welt:
Wo Samen in den Acker fällt,
da braucht es nicht nur reichlich Regen,
vor allem aber Gottes Segen.

So darf in gläub'gen Menschenseelen
der Segen Gottes auch nicht fehlen.
Soll Gottes Wort dir Frucht erbringen,
musst im Gebet Du darum ringen.

So hilfreich auch die Technik ist,
behaupt' ich als moderner Christ:
Trotz Laptop heut nichts weiter geht,
wenn wir vergessen das Gebet.

So grüß ich alle, die heut kamen
und segne euch in Gottes Namen, Amen.


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