Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft Ökologie e.V., Postfach 1305, 76502
Baden-Baden
V.i.S.d.P.: Dr. Herbert Petri
Gedanken zum Jahresausklang
Licht
muß wieder werden
Die aktuelle Buchbesprechung:
Parteitagskosten
Die Glosse
Ein Weihnachtsgeschenk für uns alle und die Natur
Das Spiel der CDU mit dem Stadt- und Kurortentwicklungsplan
In memoriam I: Peter Rosegger
Freuden
der B500
In memoriam II: Heinrich George
Vision
Brauchen wir das
Balzenberg-Hotel?
Die Preisfrage
Arme Muttersprache
Der
Naturlehrpfad des städtischen Forstamtes
Kein schöner
Land... (um 1840)
Die Bescherung
[ Übersicht ]
Jahresausklang ist eine besondere Zeit. Es sind die Tage vor Weihnachten bis hin zum Jahreswechsel. Wohl dem, dem es gelingt, sich dann aus den Fluten des Alltäglichen zu lösen, um auf das hinzuhorchen, was wesentlich ist. Solche besinnlichen Stunden führen über den Tag hinaus, sowohl in das Reich des Vergangenen als auch noch in ein verhangen Künftiges. Denn die Keime des Neuen wurzeln im Vergangenen und gewinnen daher Kraft und Wegweisung. Und gerade jener stille Weg in die Tiefe des Seins öffnet den Spiegel unseres Selbst, weist uns die Waage, welche sich unter dem, was in unserem Leben Gewicht erlangte, hebt und senkt. Jene von Nachdenklichkeit und Einkehr geprägten Stunden legen den Grund für einen Ausblick auf das Kommende, für Hoffen, Planen, Wünschen. Da geht es im engen Kreis um Familie, Beruf, Gesundheit. Und dort, wo sich der Blick zum gesellschaftlichen Ganzen hin weitet, um Frieden, den Ausgleich von Freiheit und Ordnung, um eine Politik, die den Menschen dient.
Folglich richten sich die Erwartungen und Wünsche an die von uns gewählten Politiker. Wir wünschen von Ihnen mehr Aufrichtigkeit statt schöner Reden, mehr Selbstlosigkeit und Fairneß Umgang mit Andersdenkenden. Wir hoffen, daß über ihr Vorbild ein Mehr an Gerechtigkeit und Mitmenschlichkeit in unsere Welt kommt und Eitelkeit, Machthunger und Egoismus zurückgedrängt werden.
Kurzum: Wir wünschen uns Politiker - im kleinen wie im großen -, die den Bürger nicht nur als Wähler einkalkulieren; die soviel an Würde besitzen, um die Unabhängigkeit ihres Gewissens und ihrer Entscheidungen gegenüber Fraktionszwängen und Fremdbestimmung zu wahren; Politiker, die in Bescheidenheit dienen, statt sich zu bedienen.
Unsere Wünsche umfassen schließlich unsere gesamte schöne Stadt. Möge sie trotz allem in ihrer Einmaligkeit und ihrem Charme erhalten bleiben und möge allen, die in ihr wohnen, ein gutes neues Jahr beschieden sein.
("Bürger für Baden e.V.", Prof. Dr. H. Gräbenitz)
Nach diesen dunklen Tagen.
Laßt uns nicht fragen,
Ob wir es
sehen.
Es wird geschehen.
Auferstehen wird ein neues Licht.
Waren
unsere Besten nicht
Ein wanderndes Sehnen, unerfüllt
Nach Licht,
das da quillt,
Von ihnen noch ungesehen?
Es wird geschehen.
Laßt
uns nicht zagen!
Licht muß wieder werden.
Nach diesen dunklen
Tagen.
(Hermann Claudius)
Ich brach drei dürre Reiselein
vom harten Haselstrauch
und
tat sie in ein Tonkrüglein
warm war das Wasser auch.
Es weht so kalt der Winterwind,
da ich die Reislein brach,
und als
es nah an Weihnacht ging
da war das Wunder wach.
Da blühten bald zwei Zweigelein
und in der heiligen Nacht
brach
auf das dritte Reiselein
und hat das Herz entfacht.
Ich brach drei dürre Reiselein
vom harten Haselstrauch,
Gott
läßt sie grünen und gedeihn
wie unser Leben auch.
(Grunow/ Helmut; Georg Kallmeyer Verlag, Wolfenbüttel und Berlin.)
Schaut man auf die inzwischen beachtliche Zahl der Publikationen des Speyerer Rektors für Verfassungswissenschaften, H. H. von Arnim, dann fällt auf, daß sich der Autor eines immer schärferen Tones befleißigt. Einen vorläufigen Höhepunkt in dieser Entwicklung bildet sein jüngstes Buch "Staat ohne Diener", in dem gleich reihenweise "heilige Kühe" geschlachtet werden. So kommt von Arnim beispielsweise zu dem Schluß, daß das "Grundübel unserer Demokratie darin besteht, daß sie keine ist". Ein mehr als provokativer Satz, wenn man sich vor Augen hält, daß führende Politiker in unserem Land immer wieder damit kokettieren, "Musterdemokraten" in einer "Musterdemokratie" zu sein. Man habe, so ihr Standardargument, "aus der Geschichte gelernt". Doch gerade hier liegt der Knackpunkt, wie von Arnim deutlich macht. Denn bei der Abfassung des Grundgesetzes durch den Parlamentarischen Rat in den Jahren 1948/49 spielte das angeblich unberechenbare deutschen Volk nicht nur keine Rolle, sondern wurde geradezu verteufelt. So sah Theodor Heuß im deutschem Volk einen "bissigen Hund" (!), den man an die Kette legen müsse. Faktisch hieß das, daß man diesem Volke weitgehend das politische Mitspracherecht entzog - zuletzt spürbar in der Diskussion um die Maastrichter Verträge, die eine Angelegenheit einiger "Auserwählter" blieben. Ein weiteres Beispiel, das von Arnim anführt, sind die Wahlen, die zu bloßen Parteienwahlen verkommen sind. Obwohl den Parteien laut Grundgesetz nur eine Mitwirkung an der politischen Willensbildung gestattet ist, ist es inzwischen unumstößliche Tatsache, daß sie die politische Willensbildung beherrschen. Von Arnim bringt dieses Gebahren auf den Punkt, wenn er feststellt, daß in Deutschland "ein politisches Quasikartell besteht, durch das der Wähler regelrecht entmachtet wird". Dieses Kartell wuchert in alle möglichen Bereiche hinein und versucht seinen Einfluß ständig auszudehnen. So wurden beispielsweise die öffentlichrechtlichen Medien entsprechend des Parteienproporzes unterwandert. Was das für die Berichterstattung heißt, braucht hier nicht weiter erörtert werden, weil sich davon jeder selbst ein Bild machen kann... Dieses Ausgreifen der Parteien ist aber nicht nur eine unrechtmäßige Ausdehnung des Parteieneinflusses, sondern unterläuft auch den Grundsatz der Wettbewerbsgleichheit aller politischen Gruppen und Organisationen. Parteilose beispielsweise, die sich zur Wahl stellen, sind gegen diese geballte Macht usurpierter Pfründe und Ämter in der Regel machtlos. Gibt es auf kommunaler Ebene inzwischen Versuche, diesen Mißständen gegenzusteuern, konstatieren wir auf Bundesebene die völlige Entmachtung des deutschen Volkes...
Ein anderer Themenschwerpunkt des Buches beschäftigt sich mit der Parteienfinanzierung, die von Arnim auch in anderen Publikationen bereits ausführlich angeprangert hat. Was hier zur Diskussion steht, belegen folgende Fakten (u.a.) : Von 1966 bis 1990 stiegen beispielsweise die Staatszuwendungen an parteinahe Stiftungen um das 38fache und die Leistungen, die die Fraktionen im Deutschen Bundestag aus der Staatskasse erhalten, um das 25fache (!!). In der Regel legt keine der im Bundestag vertretenen Parteien Rechenschaft über die Gründe dieser Zuwachsraten ab. Man hat in diesem Fall ausnahmsweise kein Interesse an zuviel Publizität... Deshalb werden die erhöhten Mittel als Globalbetrag in den Haushaltsplan eingestellt und meist erst in der letzten Sitzung des Haushaltsausschusses abgesegnet. So verschwindet die Erhöhung unter vielen anderen Posten, worin nach von Arnim der Hauptgrund für die horrenden Zuwachsraten liegt.
Einmal mehr wirkt von Arnim in seinem neuen Buch, dessen Faktenfülle jeden Partei-Apparatschik erblassen lassen müßte, als Aufklärer. Der mündige Wähler sollte von dieser Aufklärung entsprechenden Gebrauch machen...
("AG Ökologie e.V.", Michael Wiesberg)
Während des Wiesbadener Parteitages legten 150 führende Sozialdemokraten auf komfortable Übernachtung wert. Die Rechnung pro Nacht ohne Frühstück betrug nach Abzug eines 30-Prozent-Rabattes an das parteieigene Reisebüro 41.475 DM.
Die Parteienfinanzierung aus Steuergeldern macht's möglich! Hätten die Damen und Herren die teuren Zimmer auch dann gewählt, wenn sie diese hätten selbst bezahlen müssen? Obwohl sie als Abgeordnete oder Minister über hervorragende Einnahmen verfügen, ist dies zumindestens fraglich. Und wo waren die "einfachen" Mitglieder untergebracht? In der Jugendherberge? Eine wahrhaft "soziale" Partei! Wahltag ist Zahltag!
(BF)
"Der Mensch weiß nicht, welchen Rang er sich zuerkennen soll. Sichtbar ist er verwirrt und von dem wahren Ort gefallen, ohne daß er ihn wiederfinden könnte; Überall sucht er ihn in den undurchdringlichsten Finsternissen voller Unruhe und ohne Erfolg."
(Blaise Pascal, "Gedanken")
Nikolaus: "Du bist also der OB. Für dieses Amt hat man wohl den tüchtigsten und besten Bürger gewählt. Hilf mir und sage, welche Räte Lob und welche Tadel verdient haben."
OB: "Die meisten waren brav, Lieber Nikolaus. Besonders die der CDU und der SPD folgten mir auf's Wort und stritten kaum noch. Zuerst sei Dir meine liebe Ursula empfohlen."
N.: "Von ihr habe ich schon im Himmel gehört. Als Belohnung erhält sie das Lehrbuch: -Wie aus politischem Versagen ein Erfolg gemacht wird'."
OB: "Sehr loben kann ich auch den Mitbegründer der Lila-Fraktion, unseren künftigen Bürgermeister."
N.: "Lieber Freund Liebenstein, als Anerkennung habe ich für Dich und die Fraktion einen Satz Filzpantoffeln mitgebracht.- schwarz-rot, kleinkariert und geeignet, leise zu treten. Du wirst Dich im Filz schnell wohlfühlen. "
OB: "Natürlich gibt es in der CDU viele verdiente Räte und Rätinnen; die wonnige Helga, den Wadenbeißer Bloedt und die Herren Müller und Kordmann, um nur einige zu nennen."
N.: "Für die habe ich feine Überraschungen dabei. Frau Verspohl erhält ein BT-Foto, auf dem sie sich selbst zum Geburtstag gratuliert. Herr Müller ist bisweilen zu giftig; er sollte mehr lachen und erhält deshalb das Buch: -Schwarzer Humor für Anfänger-. Für Herrn Kordmann habe ich die letzte Kiste Hauenebersteiner Äpfel von Streuobstwiesen mitgebracht, um seinen Einsatz für die Beseitigung dieser unzeitgemäßen Obsterzeugung anzuerkennen. Plantagenäpfel sind ansehnlicher und billiger. Alle anderen CDU-Vertreter erhalten schwarze Hüte, damit man sofort erkennt, zu welcher Fraktion sie gehören."
OB: "Auch meine roten Freunde haben Lob verdient."
N.: "Sicher. Diese da - Lore Naber - wollte zwar den Weihnachtsmann durch eine Weihnachtsfrau ersetzen. Ich will darüber noch einmal hinwegsehen. Du kriegst Deine eigene Raucherecke und einen einwöchigen Kurs: 'Flüssiges Reden'! Für Freund Seifermann habe ich eine Rarität: eine Flasche 'Steinbacher Nitratling' mit Nitratverträglichkeitspillen in der BIO-Box.
Wen kannst Du mir noch empfehlen, Mein Lieber Ulli - So darf ich doch sagen?"
OB: "Ha jo, wie mer sage! Leider gibt es auch einige, die öfters aufmucken. Da wären ein paar starke Worte am Platze. Ich denke vor allem an die Naturschützer Frau Dinkelacker und die Herren Mayr und Dr. Bergengrün."
N. (lachend): "Frau Dinkelacker nennen wir da oben 'grünes Rumpelstilzchen'. Damit lieblichere Worte aus Deinem Munde ertönen, schenke ich Dir 'Rachengold'. Alle drei sollen bleiben wie sie sind. Kritik versüßt das Leben und ein Herz für die Natur sollten alle haben. Zur Stärkung habe ich Euch deshalb einen guten Herztrunk mitgebracht.
Mein lieber OB, jetzt kommst Du mit Deinen Bank-Nachbarn dran. Der arme Kämmerer erhält zur Erschließung neuer Finanzquellen eine Wünschelrute und als Zeichen dafür, daß es jetzt aufs Sparen ankommt, ein Sparschwein. Statt mit teuren und vom Steuergeld bezahlten Mercedes-Limousinen könnt Ihr mit dem Stadtwerke-Bus ins Rathaus fahren. Oder wie wär's mit dem Fahrrad? Und Dir, Lieber OB, habe ich etwas ganz besonderes mitgebracht: Nüsse zum Knacken, eine Schallplatte mit dem Lied vom 'Leo' und die OB-Arie 'Oh, ich bin klug und weise'. Außerdem erhälst Du eine Vorzugsaktie von 'Holzmann' als kleines Dankeschön für die schnelle Baugenehmigung und ein Spieglein an der Wand.
Jetzt muß ich gehen. Frohe Weihnachten für den Gemeinderat und alle Baden-Badener und auf Wiedersehen im nächsten Jahr!"
(Es berichtete: Till Eulenspiegel)
Der größte Benzinverbrauch entsteht bei den ersten Kilometern. Der Motor benötigt in der Warmlaufzeit etwa 40 Liter, bezogen auf 100 Kilometer Fahrtstrecke. Der Schadstoffausstoß ist entsprechend hoch.
Wenn Sie kurze Strecken zu Fuß gehen oder ein öffentliches Verkehrsmittel benutzen. ist das nicht nur gesünder, sondern auch ein Geschenk an ihre Mitmenschen und die Natur.
Wäre das nicht ein Weihnachtsgeschenk, das wir uns alle gegenseitig machen sollten, zumal es nichts kostet und obendrein Kosten spart? Nicht nur in ihrem Geldbeutel, sondern auch in dem aller Steuerzahler, die für geringere Umweltschäden aufzukommen hätten?
(BF)
Die Kommunalwahl vor Augen und in Sorge um schwindende Wählerschichten, entdeckt die CDU plötzlich den von ihr mitbeschlossenen Stadt- und Kurortentwicklungsplan. Sie sollte aber soviel Schamgefühl aufbringen, diesen nicht zum Wahlkampfthema zu machen. Gerade die CDU ist wesentlich daran schuld, wenn das Flair unserer Kurstadt in Mitleidenschaft gezogen wurde. Auch auf ihre Beschlüsse hin wurde der 'Leo' verunstaltet, wurde die Allee durch ein Kongreßhaus verschandelt und die Architektur des Jesuitenplatzes durch ein Stahlgestell gesprengt. Sie akzeptierte die optische Zerstörung der unter hochrangigem Denkmalschutz stehenden Kunsthalle durch Neonröhren und will nach dem Herzstück der Lichtenthaler Allee nun auch noch die Sofienallee durch ein gläsernes Caféhaus verschandeln.
("Bürger für Baden", Rolf Gaßmann)
Am 31. Juli 1843 - vor 150 Jahren - wurde der Volksschriftsteller Peter Rosegger in einem kleinen Bauernhof in Alpl in der Steiermark geboren. Der Vater, des Lesens und Schreibens unkundig, konnte nicht ahnen, daß das umfangreiche Werk seines Sohnes in alle europäischen Sprachen übersetzt werden wird. Die Gesamtausgabe umfaßte schließlich 55 Bände.
Der Erstgeborene von sieben Kindern war ein schmächtiger Junge, der nicht für den Bauernhof taugte. Nach dem Wunsch der frommen Mutter sollte er Pfarrer werden, was aber an der Absage des Grazer Priesterseminars scheiterte. Rosegger wurde deshalb zunächst Schneiderlehrling und zog mit seinem Lehrherrn jahrelang von Hof zu Hof. Mit 16 Jahren begann er sich literarisch zu betätigen, wobei die Menschen, denen er begegnete, im Mittelpunkt seiner Schilderungen standen. Prosa und Lyrik dienten Rosegger als literarische Stilmittel, um die Bauern seiner Zeit zu beschreiben, die er als unverbildete Charakterköpfe und natürlich gebliebene Menschen schildert. Das Naturtalent Rosegger wurde von Dr. Svoboda aus Graz entdeckt und gefördert. Bald war Rosegger in seiner steirischen Heimat und in Österreich, schließlich auch in Deutschland und Europa, bekannt.
In seinen Schriften ist viel von den Widersprüchen seiner Zeit zu lesen. Rosegger war sehr kritisch und dementsprechend umstritten. Obwohl er gläubiger Christ war und der Glaube die Grundlage seines Weltbildes blieb, gab es Spannungen zwischen ihm und der Amtskirche. Seine Spendenaktion für die evangelische Kirche in Mürzzuschlag, wurde ihm als Abkehr von der katholischen Kirche ausgelegt. In dieser Hinsicht war er moderner als die meisten seiner Zeitgenossen. Auf der anderen Seite lehnte er manche damals einsetzende Entwicklung zur Neuzeit entschieden ab und warnte "vor den Krankheiten der Zeit" wie "Fahrigkeit" und "Größenwahn", die auch den Bauern erfaßt haben. Deshalb ist der Bauer "nicht mehr für seinen Stand gebildet und gestählt, und so vollzieht sich die Flucht vom Pflug zum Hammer, von diesem zum Zirkel, von diesem zur Feder und weiter zum Doktorhut". Das Haus aber wird "zusammenbrechen, wenn alle Dachstuhl sein wollen und niemand mehr Fundament". In seinem Hauptwerk "Jakob der Letzte", in dem er den Untergang der Bergbauern schildert, kommt die Hauptfigur Jakob zur folgenden Einsicht:
"Wenn sich die Welt zerstört, dann fängt es so an. Die Menschen werden zuerst treulos gegen die Heimat, treulos gegen die Vorfahren, treulos gegen das Vaterland. Sie werden treulos gegen die guten alten Sitten, gegen den Nächsten, gegen das Weib und gegen das Kind."
Rosegger lebt in einer sich rasch entwickelnden Welt. In seiner Jugend schrieb er noch im Schein des Kienspans und ging zu Fuß von Alpl nach Graz. Wenige Jahre danach zog in sein Krieglacher Haus das elektrische Licht ein und in seinem Todesjahr 1918 wurde der wachsende Verkehr durch die Bahn und die ersten Automobile bewältigt.
Großen Wert legte Rosegger auf den richtigen Gebrauch der deutschen Sprache. 1912 schrieb er im Heimgarten: "Ich bin nicht begeistert von derber Mundart, aber ein farb- und heimatloses Hochdeutsch ist mir auch zuwider. Man muß das durch Phrase, Schwulst, Übertreibungssucht und Fremdwörterei mißbrauchte Wort in Schutz nehmen". Diesen Rat sollten auch wir beherzigen.
Am 26. Juni 1918 erlosch das Lebenslicht des Dichters. Sein Werk lebt weiter.
("AG Ökologie e.V.", Dieter Rauch)
"Je länger der Wohlstand dauert, je häßlicher wird das Land. Die Wälder werden abgeholzt, die Berge aufgeschürft, die Bäche verunreinigt, die Wiesen werden mit Fabriken besetzt, die Lüfte mit Rauch erfüllt, die Menschen unruhig, unzufrieden und heimatlos gemacht."
(Peter Rosegger)
Erholung suchend fuhr Herr Kratt
des Sonntags auf die Unterstmatt,
auf daß die reine Höhenluft
und auch der Schwarzwaldtannenduft
sowie die Stille der Natur
seien seiner Seele eine Kur.Doch abends holte man den Kratt
mit Blaulicht ab von Unterstmatt.
Er stöhnte ohne Unterlass,
war halb betäubt und leichenblass
und litt laut ärztlicher Beschriftung
an einer Auspuffgasvergiftung.
am 9.10.1893 in Stettin geboren , starb qualvoll am 26.9.1946 im sowjetischen KZ Sachsenhausen. Dort schrieb er das folgende Gedicht:
Wenn ich einmal frei sein werde
frag' ich mich, wie wird das sein?
Ich grab tief in Deine Erde,
mein Heimatland, die Hände ein.Ich geh einsam durch die Straßen,
ganz still als wie im Traum;
ich kann die Freiheit nicht erfassen,
mein Kopf lehnt still an einem Baum.Und wenn mich jemand fragen sollte,
wo ich solang gewesen bin -
so werde ich verhalten sagen:
"Ich war in Gottes Mühlen drin."Ich sah die Müller Spuren malen
den Menschen tief in's Angesicht
und mußte mit dem Herzblut zahlen,
wie sonst in meinem Leben nicht.Wenn ich einmal frei sein werde,
frag ich mich, was mir noch blieb?
Dich, meine deutsche Heimaterde,
Dich habe ich von Herzen lieb!
Heinrich George wurde im Mai 1945, als die Sowjets Berlin eroberten, als einer der ersten Deutschen verhaftet. Er wurde in das KZ Sachsenhausen gebracht, wo er nach grausamer und brutaler Behandlung starb.
Georges letzter Wunsch war es, in einem Holzsarg beigesetzt zu werden. Entgegen den Bestimmungen wurde sein letzter Wille erfüllt. Alle Gefangenen folgten dem Sarg. Voran wurde als Grabschmuck ein Kranz, gebunden aus Zweigen der märkischen Kiefern, Eichen und Buchen, getragen. Seine Mitgefangenen schnitten jeweils aus ihrem letzten Hemd einen Streifen, die sie zu einer Schleife banden, auf der sie mit Tintenschrift schrieben:
"Dem großen deutschen Schauspieler!"
Heinrich George war einer der größten deutschen Charakterschauspieler, der in seinen Rollen voll aufging. Er spielte sie, ob auf der Bühne oder im Film, so echt und wahr, daß jedermann von der vermeintlichen Wirklichkeit ergriffen war. Seine gefühlvolle innere Einstellung zeigte sich besonders eindringlich in dem Verhältnis zu seiner Mutter, die er in rührender Art und Weise umsorgte. Bei ihm zeigte sich der Begriff "Mutter" in Vollendung. So spiegelte sich sein Charakter wieder.
(GerD)
Wo heut noch ein Baum blüht,
wird bald keiner mehr sein,
wo
heut noch ein Feld grünt,
ist dann nur noch Stein.
Wo heut noch ein Kind spielt,
ist der Platz morgen leer,
auch der
Vogel verstummt
und singt niemals mehr.
Wo heut noch ein Heim ist,
bleibt dann nur ein Haus,
das Feuer,
das uns wärmt,
löscht mit uns auch aus.
Liebe und Freundschaft
sind dann nur noch Schein.
Wer heut noch zu
zwein ist,
geht morgen allein,
fremd unter Fremden
bis ans Ende
der Zeit,
frierend in der Nacht
und in Einsamkeit.
(Mene Tekel)
"Blasphemie... ist nicht nur ein Zeichen von eitler Feigheit,
sondern auch ein Vorzeichen der Unmenschlichkeit. Achtung vor dem Menschen setzt
eine Erfahrung von Ehrfurcht voraus, die man nicht allein im Angesicht des
Menschen gewinnt."
(Botho Strauß; aus: "Paare, Passanten")
In Baden-Baden fehlen keine Betten in neuen Hotels, sondern neue Gäste in den vorhandenen Hotels: Die vorhandenen ca. 3000 Betten stehen im Jahresschnitt zwischen 56 und 61% leer, in der diesjährigen Sommersaison soll zeitweise eines der renommiertesten Häuser keinen einzigen Gast verzeichnet haben. Seit 40 Jahren wurden (und werden immer noch) weltweit Küsten, Inseln, Seen, Bergtäler und Höhen mit Hotels, Ferienwohnungen- und siedlungen, Erholungsheimen und Gasthäusern übersät. Billige Reisen zu Zielen auf der ganzen Erde sind praktisch für jedermann erschwinglich.
Es hat keinen Sinn, diesen Irrweg weiterzugehen, immer mehr Landschaft zu versiegeln und zum Ausbeutungsobjekt zu machen. Dagegen sprechen nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische Gründe. Wohin Überkapazitäten führen, sehen wir gerade in diesen Monaten in der Stahl- und Autoindustrie, beim Maschinenbau und in vielen anderen Wirtschaftszweigen.
Wir sind am Ende der Wachstumsspirale...
und das gilt auch für
den Fremdenverkehr, wie Dr. Krippendorf, Professor für Theorie und Politik
des Fremdenverkehres an der Universität Bern und Direktor des
schweizerischen Fremdenverkehrsverbandes, schon vor Jahren dargelegt hat. Das
Ziel muß vielmehr sein:
"Bessere Nutzung, weniger Expansion, ein kleineres, dafür aber besser ausgelastetes Potential!"
Die Landschaft ist neben den Bädern das größte Kapital Baden-Badens. Es ist unsere Pflicht, damit sehr pfleglich umzugehen. Für die Bewahrung der Grünzüge nennt die Landschaftsschutzverordnung stadtklimatische Gründe und fordert den Erhalt der Waldrandzonen als klimatischen Ausgleichsraum (Frischluftreservoir). Bei einer Verwirklichung des Bauvorhabens - wie vom Gemeinderat jüngst auf Druck von OB Wendt beschlossen - würde der Grünzug zwischen der Schloßbergtangente und dem Westrand des Baugrundstückes beseitigt. Die Frischluftzufuhr in das Wohngebiet zwischen Altem Bahnhof und dem Verfassungsplatz würde erheblich verringert. Zudem: die 5-6stöckigen Hotelgebäude zusammen mit den Zufahrten und Stellplätzen würden im Sommer bis zu 80 °C aufgeheizt, so daß die Abkühlung bringenden Fallwinde diese "Sperre" bis weit in die Nacht nicht überwinden könnten. Doch nicht nur schlechtere "Entlüftung" ist in diesem Wohngebiet zu befürchten, sondern auch eine erhebliche Zunahme des Verkehrs mit Lärm und Gestank: Das projektierte Balzenberg-Hotel hat ca. 400 Betten und zieht neben den eigentlichen Hotelgästen zusätzliches Publikum durch seine öffentlichen Fitneßeinrichtungen sowie dem Gastronomiebetrieb an. Benötigt werden somit mindestens 250 Stellplätze. Der entsprechende Verkehr wird den Anwohnern von Balzenberg, Leopold- und Beethovenstraße weitere starke Belastungen bringen, zumal in die Verkehrprognose ja auch noch die - völlig offene - Nutzung des "Opel-Gebäudes" sowie der Bauvorhaben am Verfassungsplatz hätten eingehen müssen.
("Grüne Bürgervereinigung GBB", Tilman Mayr)
nach dem Verfasser der in der Novemberausgabe veröffentlichten Naturbetrachtung wurde nur von einer Leserin - Frauen sind eben doch die besseren Literaturkennerinnen - richtig beantwortet.
Wir danken Frau Oberstudienrätin Liesanne Clarenbach für die Erlaubnis, Ihre Antwort den Leserinnen und Lesern des "Bürgerforums" zur Kenntnis zu bringen:
Der Text über die Natur ist 1783 im "Journal von Tiefurt" erschienen, das für die Mitglieder des literarischen Kreises um die Herzoginmutter Anna Amalia von Weimar handschriftlich verbreitet wurde. Die Autorschaft ist umstritten. Er gibt zweifellos goethesche Gedanken in goethescher Sprache wieder, stammt aber nach Goethes eigener Angabe von Georg Christof Tobler einem sonst nicht weiter bekannten schweizer Theologen (1757-1812), dem wir zur Fortsetzung seiner Betrachtung das Wort geben:
Sie setzt alle Augenblicke zum längsten Lauf an und ist alle Augenblicke am Ziele. - Sie läßt jedes Kind an sich künsteln, jeden Toren über sich richten. Tausende stumpf über sich hingehen und nichts sehen, und hat an allen ihre Freude und findet bei allen ihre Rechnung.
Man gehorcht ihren Gesetzen, auch wenn man ihnen widerstrebt; man wirkt mit ihr, auch wenn man gegen sie wirken will.
Sie macht alles, was sie gibt, zur Wohltat, denn sie macht es erst unentbehrlich. Sie säumet, daß man sie verlange; sie eilet, daß sie nicht satt werde.
Sie hat keine Sprache noch Rede, aber sie schafft Zungen und Herzen, durch die sie fühlt und spricht.
Ihre Krone ist die Liebe. Nur durch sie kommt man ihr nahe. Sie macht Klüfte zwischen allen Wesen, und alles will sich verschlingen. Sie hat alles isoliert, um alles zusammenzuziehen. durch ein paar Züge aus dem Becher der Liebe hält sie ein Leben voll Mühe schadlos.
Herausgeber und Mitarbeiter des "Bürgerforums" wünschen für die Weihnachtszeit und das kommende Jahr allen Leserinnen und Lesern, auch unseren Kritikern, einen Zug aus diesem Becher.
Wie wir mit dem Heiligtum der Sprache umgehen, beschrieb Siegfried Joneleit in der Zeitschrift des Schwarzwaldvereines (Heft III/93). Wir danken dem Schwarzwaldverein für die Genehmigung der Wiedergabe:
Nein, es stimmt nicht, daß wir sorglos mit unserer Muttersprache umgehen, wie Kritiker gelegentlich zu behaupten sich unterstehen. Es ist schlimmer: Achtlos ist der Umgang mit ihr geworden wie mit einem Wegwerfartikel nach routinemäßigem Einmalgebrauch.
Medienstars, Politiker, Werbetexter gehen mit schlechtem Beispiel voran, und Menschen wie du und ich - vom Zwang besessen, "hautnah" am "Sprachpuls unserer ultrakurzweiligen Zeit zu sein" - übernehmen, was ihnen an Sprachschablonen und Sprechhülsen angeboten wird. Alles klar?
Die Gossen- und Kloakensprache ist längst gesellschaftsfähig geworden: Die Fäkalsprache auf ihrem Siegeszug über Bildschirme und Bühne, durch die Literatur in unseren Alltag. Die eine Wanderung war "Scheiße", die andere "affengeil", der Wanderführer ein "Arschloch" oder ein "Megatyp".
Die latent sexualisierte Atmosphäre unserer Gesellschaft und die tendenziöse Stigmatisierung bestimmter Begriffe in unserer Zeit haben uns vollends um die schöpferische Sprachunschuld gebracht, mit der Menschen noch vor wenigen Jahrzehnten Umgang mit der Sprache pflegten. Wer heute Begriffe wie "Weg- oder Wasserscheide, Meerbusen, Bremsbacke, Stromerzeuger oder Durchgangsverkehr" gebraucht, erkennt plötzlich am Grinsen seines Gegenübers, daß sich der feste Boden eines seriösen Gesprächs auf einmal auf schlüpfrigem Terrain zweideutiger Phantasievorstellungen gewandelt hat. Und Begriffe wie "Blockflöte, Entsorgung, Demonstration, Notstand oder Strahlung" sind inzwischen ideologisch so überfrachtet, daß ihr Normalgebrauch fast zur Ausnahme geworden ist. Die Leserbriefspalten unserer Tageszeitungen legen ein beredtes Zeugnis ab von der (neuen) Abhängigkeit scheinbar unabhängiger Zeitgenossen von Fertigdenkweisen, Vorurteilen und Zwangsvorstellungen. Der Austausch von Schlagworten ersetzt die fundierte Diskussion. Eines der ersten Opfer dieser neuen Wortverfolgung wurde der "Lehrling". Er degenerierte zum kisuaheli-artigen "Azubi".
Und die jüngste Unsitte der geschlechtsneutralen oder - besser gesagt - geschlechterdiskriminierungsfreien Formuliertechnik beruht auf der schlichten Unkenntnis des Unterschiedes von biologischen Geschlecht (Sexus) und sprachlichen Geschlecht (Genus): Zwei biologischen stehen immerhin drei sprachliche gegenüber. "Man" und "irgendwer" decken sehr wohl das männliche und das weibliche Geschlecht ab, mehr noch, sogar das sächliche. Wer getraut sich noch, das Quotendeutsch als das zu bezeichnen, was es ist?
Sprachverhunzung und Pervertierung der Sprache zur (unaussprechbaren) Schreibe nämlich. Oder können Sie etwa folgenden Text sprechen: "Liebe Besucher/Innen unserer Mitglieder/Innen-Versammlung! Liebe Zuhörer/Innen! Zur heute anstehenden Vorstandswahl benötigen wir Kandidaten/Innen für die Position des/der ersten Vorsitzenden, des/der Schatzmeisters/in..."
Sie hatten Schwierigkeiten beim Versuch des freien Vortrages? Dann sind Sie aber noch Anfänger/in und Dilettant/in als Sprecher/in des neuen Quotendeutsch. "Neue Sprak - nix Sprechsprak, nur Schreibsprak", würde Lessing seinen Riccaut de la Marlinière kauderwelschen lassen, ließe er ihn heute nochmals auf der (Zeit-)Bühne auftreten.
"Der göttliche Baumeister der Erde hat die Menschheit nicht geschaffen als gleichförmiges Ganzes. Er gab den Völkern verschiedene Blutströme, er gab ihnen als Heiligtum der Seele ihre Muttersprache."
(Gustav Stresemann)
Das alles bietet der Schwarzwaldverein:Wandern - Wegemarkierungen - Wanderkarten - Skifahren -
Radwandern - Jugendarbeit - Volkstanz - |
Beginnend am Bahnhof Merkurwald führt der Weg in leichter Steigung zum fünf Kilometer entfernten Gasthaus Nachtigall - oder am Wildgehege abzweigend - unter dauerndem Anstieg zur Brücke über die Merkurbergbahn, dann abwärts über den Teufelskanzelweg zum Langengehren und zurück zum Ausgangspunkt.
Wer unvorbereitet und ohne Beschreibung diese schönen Wege genießt, wird verwundert vor den mit Schwarzspecht, Zahlen und Pfeilen bezeichneten Stationen stehen. Das Begleitheft (Preis 2,-- DM ) sollte also vorher beim Kiosk beim Bahnhof Merkurwald, in der Merkurgaststätte, im Waldcafé, beim Gasthaus Nachtigall, beim Forstamt oder den Informationsstellen der Stadt und BKV erworben werden. In diesem wird nicht nur der Lehrpfad dargestellt und erklärt. Weit mehr geht es um die Erklärung von Zusammenhängen, um die Vernetzung lebender Planzen- und Tiergemeinschaften, um Kreisläufe, um Auf- und Abbau. Die Folgen menschlicher Eingriffe werden ebenso aufgezeigt wie die Wirkung des Waldes auf das örtliche Klima. Von den verschiedenen Standorten ist die Rede, vom Trockenwald, Schluchtwald, Waldrand, Wiesen, Feuchtgebieten und vielem anderen. Da der Weg am Wildgehege vorbeiführt, werden auch Wild und Jagd behandelt, kurz auch die Vogelwelt. Jeder der 23 Stationen ist ein Kapitel gewidmet. Nach dem Stichwort "Waldsterben" wird man vergebens suchen, da diesem Thema ein Lehrpfad unterhalb des Merkurgipfels gewidmet ist.
Die Art, wie der Naturlehrpfad erklärt wird, setzt Interesse am Wald voraus und stellt Anforderungen an das Mitdenken des Wanderers. Der Text ist jedoch klar und für jedermann verständlich, wozu auch die zahlreichen Zeichnungen, Karten und Grafiken beitragen. Deshalb wird die Lektüre eher zum Vergnügen als zur Anstrengung und dem Leser wird ein tieferes Verständnis für die Natur vermittelt.
Alle, die sich um die Einrichtung des Lehrpfades bemüht haben, verdienen Dank und unseren Lesern empfehlen wir, sich diesen Naturgenuß nicht zu versagen - zumal der beste Weg zur Gesundheit bekanntlich der Fußweg ist.
("Arbeitsgemeinschaft Ökologie e.V.", Dr. Herbert Petri
Kein schöner Land in dieser Zeit
als hier das unsre weit und
breit,
wo wir uns finden wohl unter Linden
zur Abendzeit.
Da haben wir so manche Stund'
gesessen da in froher Rund'
und
taten singen: die Lieder klingen
im Eichengrund.
Daß wir uns hier in diesem Tal
noch treffen soviel hundertmal,
Gott mag es schenken, Gott mag es lenken,
er hat die Gnad'.
Ein kleines Lied, wie geht's nur an,
daß man so lieb es haben
kann.
Was liegt darin? Erzähle!
Es liegt darin ein wenig Klang,
Ein
wenig Wohllaut und Gesang
Und eine ganze Seele.
(Marie von Ebner-Eschenbach)
Lied und Gedicht regen zum Nach-Denken an. Noch können wir
sagen: Baden-Baden in diesem Tal der Oos ist für uns "kein schöner
Land in dieser Zeit". Kann es das aber bleiben, wenn wir schöne Gebäude
durch seelenlose Glas-Beton-Paläste ersetzen. Ich denke an das Augusta-Bad,
an die Deutsche und an die Commerzbank, an die Karlsruher Lebensversicherung.
Ebenso denke ich an die Neubauten, wie das Kongreßhaus, die Volksbank am
Schweigrother Platz, vor allem aber an die Stadtklinik, die in das schöne
Land paßt wie die Faust auf's Auge.
Beim Überqueren der Brücke von Béchellerie sagte der Nobelpreisträger für Literatur des Jahres 1921, Anatole France: "Seht euch die Treppen dieser Brücke an. Wie groß und schön sie sind. Wie glücklich fügen sie sich in den Raum ... Zuviel für das neunzehnte Jahrhundert. Sie lassen es zerfallen ... Was nicht besonders überrascht: Die Demokratie hat für die schönen Dinge kein Geld". Der Filmregisseur Autant-Lara fügte in seiner Rede anläßlich seiner Aufnahme in die französische Akademie der schönen Künste 1988 hinzu: "Sie werden nichts als Beton lassen. Oder etwas Glas, wie im Falle der Oper am Platz der Bastille. Dieses Büro von American Express".
(BF)

Nachdem
wir den Kleinen beglückt haben, laß uns nun das Volk bescheren !!
© Hubert Gassenschmidt 1997